Die 5 größten Budget-Fresser in einem Google-Ads-Konto (und wie du sie einfach behebst)
- Felix Jung
- 1. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Einleitung
In diesem Artikel möchte ich dir 5 Budget-Fresser zeigen und wie du sie einfach loswerden kannst. Für manche von euch wird das sehr basic wirken. Und das ist okay. Ich glaube aber, dass ich in jedem Audit der vergangenen Jahre mindestens einen dieser Fehler gesehen habe.
Ich weiß: “Only a Sith deals in absolutes”, aber diese Einstellungen prüfe ich immer und ich nehme sie immer gleich vor. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Ich halte diese Einstellungen für absolute No-Brainer und es grenzt an eine Frechheit, dass sie nicht die Standardeinstellungen von neuen Google Ads Kampagnen sind.
Hier sind also die 5 größten Budget-Fresser in Google Ads-Konten. Und ja, ich habe schon lange nach einer Ausrede gesucht, ein Star Wars-Zitat in Bezug auf Google Ads zu nutzen.
Location Targeting
Fangen wir mit einem Klassiker an: In den Kampagneneinstellungen deiner Suchkampagnen solltest du immer dein Location Targeting prüfen. In den Settings solltest du hier immer “Presence” auswählen und nicht das von Google empfohlene “Presence or Interest”.
Google nutzt hier leider “Presence or Interest” als Default-Einstellung.
Was ist das Problem? Wenn wir eine Kampagne aufsetzen, möchten wir in der Regel einen bestimmten Markt mit Anzeigen bespielen. Ich möchte beispielsweise Anzeigen für Nutzer*innen in der DACH-Region erstellen. Das Produkt ist auf den DACH-Markt abgestimmt. Das Vertriebsteam agiert nur in der DACH-Region und ich habe deutschsprachige Anzeigen und Keywords. Eine Person, die sich für Deutschland interessiert, jedoch in einem anderen Land lebt, ist absolut irrelevant für diese Kampagne. Das Budget, das für diese Personen verschwendet wird, wäre viel besser in meiner eigentlichen Zielregion aufgehoben.
Ein Schelm, wer denkt, dass Google den Werbetreibenden das Geld aus der Tasche ziehen möchte.
Display- & Suchpartnernetzwerk
Wenn wir schon einmal hier sind, bleiben wir doch in den Kampagneneinstellungen deiner Suchkampagnen. Wähle unter "Networks” bitte unbedingt das Display- und das Partnernetzwerk ab.
Wir wollen unsere Anzeigen in der Google-Suche zeigen. Wir wollen nicht, dass die Kampagne mal hier und mal dort Geld ausgibt.
Man kann sich die Performance der Netzwerke zwar anzeigen lassen, allerdings habe ich bisher nie gesehen, dass hier gute Ergebnisse erzielt wurden. Was sehr schade ist, da zum Suchnetzwerk Organisationen wie Ecosia gehören, die eine tolle Arbeit machen und unterstützt werden sollten.
Wenn wir allerdings als herzlose Performance Marketing Manager*innen, die wir nun mal sind, rein auf die Zahlen gucken, dann sollten wir diese Einstellung vornehmen.
AI Max
Hier wird es jetzt haarig. Auf der einen Seite wollen wir unseren Manager*innen und Kund*innen verkünden, dass wir coole Tests mit AI machen. Auf der anderen Seite halte ich persönlich AI Max aktuell für eine sehr unsichere Einstellung.
Google beschreibt AI Max so:
“AI Max is a comprehensive suite of targeting and creative features. Two main features, search term matching and asset optimization, leverage Google AI to optimize your ads in real time and tailor your creative message to reach your customers and drive more value for your business.” - Quelle.
In den Tests, die ich bisher gefahren habe, waren Assets häufig qualitativ sehr schwach, und die getriggerten Suchbegriffe lagen sehr weit von dem entfernt, was ich mit meinem Keyword-Set bespielen wollte. Das ist anekdotische Evidenz und ich bin mir dieser Tatsache bewusst. Und ja, AI entwickelt sich wahnsinnig schnell.
Lass es mich also anders sagen: Wenn ich mit AI Max arbeite, dann sollte das eine bewusste Entscheidung und ein gut beobachteter Test sein. Wenn das nicht der Fall ist, dann wird AI Max schnell ein schwarzes Loch für dein Budget.
Keyword-Cannibalization
Was ein Wort. Und ich sage euch eines: Wenn man diesen Zungenbrecher in einem Kundenmeeting droppt, dann wird es plötzlich sehr still.
Es geht hierbei schlicht darum, dass in mehreren Kampagnen dieselben Keywords genutzt werden. In der Regel passiert das versehentlich. Man baut verschiedene Kampagnen auf, bildet Keyword Cluster und hat einen Kopierfehler oder bemerkt nicht, dass man die Keywords bereits benutzt hat. Das passiert auch gern, wenn neue Personen ins Team geholt werden und mit einer guten Intention sagen: “Hey, ich füge mal diese Search Terms hinzu. Die passen so gut!”
Warum das schlecht ist, liegt, denke ich, auf der Hand: Die Kampagnen im eigenen Konto sollten nicht in Konkurrenz miteinander stehen und versuchen, sich gegenseitig zu überbieten.
Fehlendes Negativing
Kommen wir zum letzten Punkt: Negativing. Vermutlich eine der wichtigsten und gleichzeitig nervigsten Aufgaben als Google Ads Manager*in. Unter Negativing versteht man, dass man Google Keywords nennt, die nicht bespielt werden sollen. Das geht auf Ad-Group-, Kampagnen- und auch Account-Ebene. Es ist das Gegenteil von unseren Keyword Clustern, die wir mit Anzeigen bespielen wollen - darum auch Negatives.
Im gleichen Zug sollte man auch Placement Exclusions erwähnen, die das gleiche Prinzip nur für Display- und Video-Anzeigen sind.
Negativing wird von vielen Performance Marketing Manager*innen sehr stark vernachlässigt. Und ich kann verstehen warum: Es ist aufwändig, dauert lange, und ist schlicht keine sexy Marketingarbeit.
Deiner Performance zuliebe solltest du allerdings regelmäßig Negativing betreiben. Ich schreibe einen weiteren Beitrag, wie du hierbei Zeit sparen kannst. Den Artikel werde ich hier verlinken.
Schlusswort
Das sind also die 5 größten Budget-Fresser, die du extrem einfach beheben kannst:
Location Targeting
Display- & Suchpartnernetzwerke
AI Max
Keyword-Cannibalization
Fehlendes Negativing
Aber was denkst du? Welche Budget-Fresser gibt es noch? Oder hast du andere Erfahrungen gemacht?
Schreib mir gern eine Nachricht auf LinkedIn oder über das Kontaktformular.
Cheers.