Lohnt es sich 2026 Anzeigen auf Bing zu schalten?
- Felix Jung
- 8. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Einleitung
Bing Ads bzw. Microsoft Ads steht in der Regel nicht an erster Stelle auf der Prioritätenliste vieler Performance-Marketing-Manager*innen. Und man kann argumentieren, dass das sehr gute Gründe hat. Der wichtigste ist dabei der deutlich geringere Marktanteil im Vergleich zu Google.
Mit einem Marktanteil von 90% in den Suchmaschinen ist Google der absolute Platzhirsch. Bing, als zweitgrößter Player, bleibt nur mikrige 4-5% vom Kuchen ab. Diese und weitere Daten findest du übrigens auf Statcounter.
Einer der Gründe, weshalb ich persönlich auf Kriegsfuß mit Bing stehe, ist, dass es noch immer keine native Anbindung an Hubspot gibt. Ist das vielleicht etwas engstirnig von mir und trivial, da Hubspot nicht das einzige CRM auf dem Markt ist und es viele andere Gründe gibt, Microsoft Ads zu hassen? Vermutlich. Macht es mich trotzdem rasend, wenn ich über das Offline-Tracking von Bing nachdenke? Jedes Mal.
Aber genug Hate. Ich möchte nur zeigen, dass man einen Ads-Kanal nicht unbedingt mögen muss, um ihn zu nutzen.
Und die Tatsache, dass ich einen meiner ersten Blogartikel über Microsoft Ads schreibe, stand definitiv nicht auf meiner Bingo-Card für 2026. Aber hier sind wir, also machen wir das Beste daraus.
Hier sind also 3 Gründe, warum wir (trotz Kriegsfuß) Anzeigen auf Microsoft Ads schalten sollten.
Diversifikation
Der erste Grund für Microsoft Ads ist recht unspektakulär: Man sollte im Marketing nicht alles auf einen Kanal setzen. Wenn du also schon mit Google Ads arbeitest, aber keinen weiteren Kanal nutzt, solltest du (bei gegebenem Budget) über zusätzliche Netzwerke nachdenken.
Das kann man auch als Grund für Paid-Social-Kanäle wie Meta oder LinkedIn interpretieren. Und das ist vollkommen richtig.
Wenn du allerdings spezialisiert auf SEA bist oder dich generell etwas “wohler” mit Suchmaschinen fühlst, dann ist Bing eine gute Alternative. Hinzu kommt, dass du deine Kampagnen extrem einfach in Bing importieren kannst. Du sparst dir dadurch sehr viel Zeit, baust einen weiteren Kanal auf und kannst am Ende des Tages deinen Lebenslauf um “Erfahrungen mit Microsoft Ads” erweitern. Win win.
Zudem ist der CPC bei Microsoft Ads oft niedriger als bei Google Ads. Natürlich kommt es hier auf die Industrie und das individuelle Keyword an, weshalb dieser Punkt kein eigener Grund für Microsoft Ads ist. Allerdings lässt sich sehr sicher sagen, dass die Konkurrenz auf Google deutlich größer ist als auf Microsoft Ads (Quelle).
Targeting
Wir haben innerhalb von Microsoft Ads sehr spannende Targeting-Optionen. Ich möchte dir hier zwei Möglichkeiten des Targetings vorstellen, die du neben den typischen Customer-Lists nutzen kannst.
Microsoft Ads profitiert massiv von der Tatsache, dass LinkedIn ebenfalls zum Microsoft-Konzern gehört. Das bedeutet, dass wir von LinkedIns starkem B2B-Targeting profitieren können. Dadurch haben wir beispielsweise Optionen wie Industrie- oder Job-Functions für unsere Kampagnen.
Eine ebenfalls sehr spannende Option des Targetings ist Impression-Based-Remarketing. Der Name ist hier beinahe selbsterklärend, da du hier User*innen ins Remarketing aufnimmst, die deine Anzeigen bereits gesehen haben.
Warum ist das relevant? Microsoft bietet uns ebenfalls Performance-Max-Kampagnen an, für die diese Targeting-Optionen extrem hilfreich sind und (und ich glaube selbst kaum, dass ich das schreibe) BESSER sind als die Targeting-Optionen in Google Ads.
Unabhängig davon, ob du PMax innerhalb von Microsoft Ads nutzen möchtest oder nicht, würde ich dir empfehlen, dass du standardmäßig zumindest eine Impression-Based-Remarketing-Liste anlegst. Dadurch sammelst du bereits Daten und bist ready, WENN es mit PMax losgehen sollte.
Audience
Hier wird es etwas spekulativer. Oft werden die Annahmen getroffen, dass Bing-Nutzer*innen oft einer älteren Demografie angehören und sich mehr in einem B2B-Kontext befinden (Quelle).
Es ergibt allerdings auch Sinn. Viele Arbeitslaptops und -Computer sind in der Regel Geräte, auf denen Microsoft installiert ist. Und hier ist der Default-Browser Microsoft Edge. Wird dieser von allen genutzt? Vermutlich nicht. Doch welche Personen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie sich keinen neuen Browser herunterladen oder eine andere Suchmaschine als die Default-Lösung benutzen? You get where I’m going here.
Long-Story-Short: Es gibt viele Gründe anzunehmen, dass die Bing-Audience eher in einem B2B-Umfeld und deutlich senioriger ist. Das kombiniert mit den in 2. beschriebenen Targeting-Optionen kann sehr spannend für Performance Marketing Manager*innen sein.
Schlusswort
Das sind also drei Gründe, weshalb du Microsoft Ads nutzen solltest.
Jetzt ist die Frage: Nutzt du Microsoft Ads bereits? Was sind deine Erfahrungen? Bist du genervt von der Oberfläche oder kommst du gut damit klar?
Schreibe gern eine Nachricht.