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Wieso du 2026 deine Anzeigentexte für Google Ads immer noch selbst schreiben solltest und wie du das besser machst als mit AI

  • Autorenbild: Felix Jung
    Felix Jung
  • 6. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Einführung

Okay, ich gebe zu, dass das Schreiben eines Blogartikels über das Schreiben von Anzeigentexten echt extrem 2010-mäßig ist. Aber, here we are.


Besonders in der aktuellen Zeit bin ich allerdings davon überzeugt, dass es sinnvoll ist, sich mit Messages und Ad Copy zu befassen. Dabei geht es nicht nur darum, sich auf LinkedIn damit zu brüsten, dass die eigenen Anzeigentexte so gut sind, dass keine AI da rankommt. Es geht darum, dass das Schreiben von Ad Copy ein Skill ist. Es geht darum, eine Message kurz und prägnant zu formulieren. Und ich möchte hier betonen: Das ist eine Meinung. Ich möchte hier eine Lanze für gute Copy brechen, die von Menschen geschrieben wurde. Außerdem gibt es, besonders in Bezug auf SEA und Google Ads, ein paar weitere Spielregeln zu beachten. 


Genug der Vorrede. Wie schreibt man also gute Anzeigen auf Google Ads?


  1. Die Spielregeln


Zu Beginn sollten die Regeln klar sein. Wir sind bei Google Ads (und auch bei Microsoft Ads) auf 30 Zeichen für Headlines limitiert. Bei Descriptions haben wir 90 Zeichen zur Verfügung. Wir können insgesamt 15 Headlines und bis zu 4 Descriptions in einer RSA (Responsive Search Ad) nutzen. Darin sind Erweiterungen und Assets nicht eingerechnet.


Google vergibt zudem eine Bewertung der Anzeige. Mit der Ad Strength erhalten SEA-Manager*innen Feedback in Echtzeit. Zumindest wenn es darum geht, ob CTAs genutzt oder die targetierten Keywords in den Headlines genutzt werden. Es sollte das Ziel sein, eine hohe Ad Strength zu erhalten. Das hilft bei unserem Quality Score, den ich in einem anderen Artikel behandeln werde, und ist allgemein eine recht gute Hilfe beim Schreiben. 


Hinweis: Ein extrem einfacher Weg, die Ad Strength schnell zu steigern, ist mit Keyword Insertions zu arbeiten.


  1. Workflows und Templates


Meiner Meinung nach sollte man die Ad Copy nicht direkt in Google Ads schreiben. Das wirkt verlockend, da man sich das Kopieren der Ad Copy in Google spart. Ich persönlich verfasse meine Texte lieber in einem Google-Sheets-Dokument. Ich empfehle allgemein, sich ein gutes, eigenes Template aufzubauen und damit zu arbeiten. 


Ich habe beispielsweise ein Template aufgebaut, welches mir direkt die Zeichenzahl zeigt und in dem ich für die verschiedenen Headlines verschiedene Ad-Copy-Kategorien eingeteilt habe. So sind die ersten Headlines für Keywords reserviert. Anschließend sind einige Headlines für Value Propositions, bestimmte Claims oder Problemstellungen vorgesehen. Hier experimentiere ich am liebsten. Die restlichen Headline Slots sind für die Brand und CTAs vorgesehen.

Mit einem solchen Template lassen sich nicht nur wiederholbare Ergebnisse erzielen, sondern es hilft dir auch, Ad Copies on Bulk zu produzieren. Wenn du eine größere Kampagne vorbereitest, kannst du so einfach die Keywords je nach Cluster austauschen und hast in kürzester Zeit viele Anzeigen vorbereitet. Diese lassen sich dann einfach in den Google Ads Editor einfügen und in Google hochladen. 


Also kurz:

  1. Template erstellen und ausfüllen

  2. On Bulk Ad Copy Production

  3. Einfügen in den Google Ads Editor

  4. Publish


Wenn ich mir überlege, wie lange es braucht, bis mir LLMs vernünftige Ad Copies liefern, die zudem den Vorgaben aus 1. entsprechen, bin ich mit diesem Vorgehen deutlich schneller.

3. Das Schreiben

Und nun, das Grande Finale, das Wichtigste von allem, das Schreiben. Ad Copy kommt nicht aus heiterem Himmel herbeigeflogen. Nimm dir also Zeit beim Schreiben. Leg dein Smartphone einmal zur Seite (ich weiß, mir fällt das auch nicht leicht). Mach dir vorher einen Tee oder Kaffee, mach dir gute Musik an und atme erstmal durch. 


Was möchtest du aussagen? Was ist ein guter Ansatz für deine Copy? Welches Gefühl möchtest du ansprechen? 


Ich komme aus dem B2B-Marketing. Hier von Gefühlen zu sprechen ist nicht sonderlich üblich. Aber am Ende des Tages solltest du im Kopf behalten, dass Menschen am anderen Ende deiner Copy sitzen. Und in der Regel haben diese Personen Gefühle. Das trifft auch zu, wenn deine Target Audience im Accounting arbeitet. 


Möchtest du also ein Gefühl von Sicherheit vermitteln? Oder mit Angst spielen? Fear of missing out ist ein extrem mächtiges Tool für Marketing-Manager*innen. Glaubst du nicht? Was ist einer der Main Claims von AI-Unternehmen? “Nutze AI, oder du wirst abgehängt!” I rest my case.


Denk auch darüber nach, für wen du schreibst. Hier nochmal der B2B-Kontext: Hier gibt es in der Regel viele Personen, die involviert werden müssen. Wen möchtest du überzeugen? Den CEO? Mitarbeiter*innen der IT-Abteilung? Oder gar das Legal-Team? Alle verdienen eine andere Ansprache. Hier empfiehlt es sich, mal mit Sales zu sprechen. Mit wem sind sie immer in Kontakt? Was gibt es für Einwände? Was ist wichtig? Was ist weniger relevant? Und das nutzt du, um Ad Copy zu erstellen.

Schlusswort

Schreib deine Ad Copy selbst. Besonders, wenn du noch nicht viel Erfahrung hast. Es hat nur Vorteile. Du baust Skills auf, lernst kritisch mit Copy umzugehen, entwickelst deinen eigenen Stil und erzielst schlicht bessere Ergebnisse als mit AI.

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